Die Nordsee von oben

Heute, am 9. Juli, kommt “Die Nord­see von oben” in die Kinos, “der erste deutsche Kinofilm, der das Welt­na­turerbe Wat­ten­meer auss­chließlich aus der Vogelper­spek­tive zeigt”, so der Ankündi­gung­s­text. In den Tages­the­men von gestern gibt es einen schö­nen kleinen Teaser von János Kereszti und Andreas Neu­mann von Radio Bre­men, der inter­es­san­ter­weise fol­gen­der­maßen beginnt: “Ob die Nord­see, zumal wenn sie mal wieder fort­ge­laufen ist, wirk­lich so schön ist? Nun, die Einen sagen so, die Anderen sagen so. Was aber nur für den boden­ständi­gen Blick gilt – aus der Luft betra­chtet fällt das Ergeb­nis ein­deutig aus”. Eben diese Frage nach der Ästhetik des Erhabenen, nach der Fasz­i­na­tion des Überblicks ist sicher eine treibende Kraft für die Erforschung des Blicks von oben. Ist jene Vogelper­spek­tive mehr als nur eine Sicht, die wir kaum selbst, son­dern nur mith­ilfe von Maschi­nen ein­nehmen kön­nen? (Bild: Screen­shot aus dem Film­trailer auf www.die-nordsee-von-oben.de)

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See Through 3D Desktop

See Through 3D Desktop

Trans­par­enter Bild­schirm von Jinha Lee und Cati Boulanger vom MIT Media Lab. Hier wird die Dif­ferenz von Bildlichkeit und visueller Wahrnehmung zunehmend unklar. Die Anwen­dungs­ge­bi­ete dieser Tech­nolo­gie sehe ich aber weniger im klas­sis­chen Desk­top­bere­ich, so wie sie hier vorge­führt wer­den. Anstatt zwei­di­men­sion­ale Anwen­dun­gen ins Drei­di­men­sion­ale zu übertra­gen, kann ich mir span­nen­dere Anwen­dung für die Nav­i­ga­tion optis­cher Geräte vorstellen, deren Nutzung sich ohne­hin schon auf den Real­raum bezieht, etwa bei Kam­eras oder 3D-Brillen. Weiterlesen »

Robot Readable World

Robot Readable World

Neues Video von Timo Arnall (Web­site) auf Vimeo. Arnall macht auf großar­tige Art und Weise dig­i­tale Räume sicht­bar und macht sie damit selbst erst zu sinnlich erfahrbaren Räu­men. Arnall über den Film: “This is a short film, an exper­i­ment in machine-vision footage. It uses found-footage from com­puter vision research to explore how machines are mak­ing sense of the world. As robots begin to inhabit the world along­side us, how do they see and gather mean­ing from our streets, cities, media and from us? Machines have a tiny, frac­tional view of our envi­ron­ment, that some­times echoes our own human vision and often doesn’t.” (Quelle) Was definiert hier Sicht­barkeit, “haben” Maschi­nen einen Blick, do they “gather mean­ing”? Weiterlesen »

Maschinendenken, Denkmaschinen

Ich bin ger­ade auf der Suche nach eine begrif­flichen Aus­d­if­feren­zierung davon, was als “optis­cher Appa­rat” ver­standen wer­den kann. Peter Bextes und Werner Künzels “Maschi­nen­denken / Denkmaschi­nen” (1996) führt mich momen­tan in die Rich­tung einer Veror­tung des Appa­rats als Seh– bzw. Blick­mas­chine. Sie schreiben dort in der Ein­leitung: “Die Geschichte der Sinne und die Geschichte der Maschi­nen gehören zusam­men, wie am Entwurf von Kör­per­auto­maten drastisch abzule­sen. So sehen wir die Men­schMaschi­nen, wie sie seit Descartes tradiert sind und höchst beze­ich­nende Entwick­lungs­brüche durch­laufen haben. Diese Momente des Umbruchs sind es, die uns hier wie auf allen Ebe­nen inter­essieren. Wo etwas von A nach B übertra­gen wird, übersetzt und also überschrieben, da sind die Schalt­stellen eines Diskurses, dem wir zu fol­gen suchen.” Weiterlesen »

Buch: Kriegsmaschinen

Buch: Kriegsmaschinen

In der Print-Reihe von Tele­po­lis ist ger­ade ein neuer Band mit dem Titel “Kriegs­maschi­nen” erschienen. Aus dem Ankündi­gung­text: “Die Zeit der Robot­erkriege hat begonnen. Bei den Kämpfen in Afghanistan und im Irak haben sich Roboter für die west­lichen Stre­itkräfte längst als unent­behrlich erwiesen. Sie unter­suchen Spreng­fallen, überwachen verdächtige Per­so­nen und greifen sie aus der Luft mit Raketen an. Bis­lang wer­den Mil­itär­ro­boter noch durch Men­schen fer­nges­teuert. Doch schon in 20 Jahren kön­nten die ersten von ihnen autonom über den Ein­satz tödlicher Waf­fen entschei­den. Damit würde sich eine Entwick­lung vol­len­den, die ihren Aus­gangspunkt im Ersten Weltkrieg genom­men hat: Die Kriegs­maschi­nen hät­ten sich voll­ständig vom Men­schen emanzip­iert.” Weiterlesen »

Update

Ich habe ger­ade meine Bib­li­ogra­phie überar­beitet und um einige Titel erweit­ert. Ist immer noch eher work in progress, aber gibt immer­hin schon­mal einen ersten Überblick zum Thema. Außer­dem hat sich der Titel nun doch nochmal geän­dert und ist mit Aug­mented Vision etwas all­ge­meiner und weitre­ichen­der als Der Blick von oben. Das soll aber keineswegs heißen, dass der Blick von oben hier nicht weit­er­hin bear­beitet wer­den wird. Und endlich gibt es auch eine allererste Skizzierung meines Forschung­spro­jekts als Kurzver­sion.

Raumlabor: "Eingegangen am ..."

Raumlabor: “Eingegangen am …”

Raum­la­bor hat den Wet­tbe­werb für die Instal­la­tion im Aussen­bere­ich des Doku­men­ta­tions– und Bil­dungszen­trum “Repres­sio­nen in der SED-Diktatur” gewon­nen: “Das Stasi Haup­tquartier, Sitz des Stasi-Museum wird mit einem gigan­tis­chen Stem­pel quer über Vor­platz, Vor­dach und Haupt­dach markiert. Die Strate­gie des Ver­ber­gens hat das Ver­hal­ten der Stasi, wie auch den Bau der Sta­sizen­trale, städte­baulich und architek­tonisch, über Jahrzehn­ten bes­timmt. Als Umkehrung dieser Strate­gie wird der Stem­pel eine gewaltige Größe erhal­ten. (…) Die Größe des von uns vorgeschla­ge­nen Schriftzugs macht es möglich zwis­chen dieser neuen all­ge­gen­wär­ti­gen, ver­tikalen Satel­liten­sicht und der realen Umge­bung einen Bezug herzustellen. Einge­gan­gen am…wird in das Luft­bild einge­brannt sein, nicht skalier­bar, nicht edi­tier­bar: Es ist eine sub­jek­tives Zeichen in einem schein­bar objek­tiven Raum.” Weiterlesen »

Schriftbildlichkeit

Schriftbildlichkeit

Der Kün­stler Tyree Calla­han hat die Let­tern einer 1937er Under­wood Stan­dard Schreib­mas­chine, durch Farb-Pads und die Tas­ten durch entsprechende Labels ersetzt und damit ein “func­tional paint­ing device” kon­stru­iert, dass er als Chro­matic Type­writer beze­ich­net. Appa­r­a­tiv prozessiert, zeigt sich hier nicht nur das Bildliche des Schriftlichen und das Schriftliche des Bildlichen, son­dern auch die appa­r­a­tive Deter­minierung der Wahrnehmung: die appa­r­a­tive Anord­nung irri­tiert die Praxis der Hand­habung von Maschi­nen, denen wir durch ihren Gebrauch feste medi­ale Codes zuschreiben. Eben diesen Gedanken gilt es als Ansatz auf die dig­i­tale Medi­enkon­ver­genz zu übertra­gen… Weiterlesen »

Die Nordsee von oben

Die Nordsee von oben

Heute, am 9. Juli, kommt “Die Nord­see von oben” in die Kinos, “der erste deutsche Kinofilm, der das Welt­na­turerbe Wat­ten­meer auss­chließlich aus der Vogelper­spek­tive zeigt”, so der Ankündi­gung­s­text. In den Tages­the­men von gestern gibt es einen schö­nen kleinen Teaser von János Kereszti und Andreas Neu­mann von Radio Bre­men, der inter­es­san­ter­weise fol­gen­der­maßen beginnt: “Ob die Nord­see, zumal wenn sie mal wieder fort­ge­laufen ist, wirk­lich so schön ist? Nun, die Einen sagen so, die Anderen sagen so. Was aber nur für den boden­ständi­gen Blick gilt – aus der Luft betra­chtet fällt das Ergeb­nis ein­deutig aus”. Weiterlesen »

Google Street Car

Google Street Car

Großar­tiges Google-Flashgame von Linus Suter. Hier ver­schränken sich hor­i­zon­taler und ver­tikaler Blick: man navigiert sein Google Street Car ganz GTA-like von oben auf sich selbst blick­end über die Karte, ist aber zugle­ich in der Lage, die an den Betra­chter bzw. die Kam­era gebun­dene Streetview-Perspektive einzunehmen. Beide Per­spek­tiven scheinen sich eigentlich gegen­seitig auszuschliessen, sind aber – wie hier gezeigt – ebenso dazu in der Lage sich zu ergänzen. Weiterlesen »

Skydiving

Skydiving

Der Blick von oben auf die Welt zeugt noch immer von einer gewis­sen Exk­lu­siv­ität – so erforderte er doch das Ein­nehmen einer Betra­chter­po­si­tion, die eine Lagev­erän­derung voraus­set­zte, welche zumeist nicht ohne Weit­eres zu bew­erk­stel­li­gen war. Ist die Freude am virtuellen Blick von oben hier deshalb noch so überschwenglich? Noch hat die Infla­tion des orbitalen Maschi­nen­blicks das Gefühl des Erhabenen nicht aufge­hoben, wie es scheint: Weiterlesen »