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Das Blog dient als öffentliches Archiv und erweiterter Experimentierraum für das Dissertationprojekt „Augmented Vision“ von Moritz Queisner im Exzellenzcluster der Humboldt Universität zu Berlin im Interdisziplinären Labor Bild Wissen Gestaltung. Es nimmt insbesondere Anwendungsfelder von Augmented Reality aus Medizin (Image Guidance, Robotik), Militär (Drohnen, Helmet Guidance), Überwachung (Machine Vision, Satellitenbilder), Games (virtual reality headsets), Human Computer Interaction (Cyborgs, Retina-Implantate) sowie Head Mounted Displays (Glass, Moverio) in den Blick, deren medienthoretische Fundierung nach wie vor aussteht.

German version: Angesichts der zunehmenden Technisierung visueller Praktiken stehen die Modalitäten von Sichtbarkeit zunehmend unter dem Einfluss und den Bedingungen digitaler Bildgebungsverfahren. Durch das Zusammenfallen von Bildproduktion und -rezeption im Zuge der Leistungssteigerung von Prozessoren und der Mobilisierung von Sensor- und Displaytechnologien, werden Visualisierungen zunehmend zu Handlungsschnittstellen, die neue Möglichkeiten der Interaktion eröffnen. Augmented Vision verfolgt das Anliegen, die damit verbundene Transformation von Sehmodellen und –strategien herauszuarbeiten und diese in Bezug auf ihren Status von Bildlichkeit zu untersuchen. Dabei soll gezeigt werden, wie Sehen immer weniger ausschließlich durch Fähigkeiten und Funktionen des menschlichen Auges definiert wird, sondern zunehmend unter dem Einfluss und der Kontrolle von Instrumenten und Apparaten gedacht werden muss. Ziel der Arbeit ist die Erarbeitung eines handlungsbasierten Bildbegriffs, der die ästhetischen, operationalen und epistemischen Bedingungen bildgeführter Interaktion aufzeigt und die Grundlage für einen entsprechendes anwendungsbezogenes und praktisches Bildwissen schafft.

English version (beta): Augmented Vision aims to draw out significant ruptures and differences in various models and strategies of vision and to investigate these with regard to their pictorial status. The considerations are a response to the progressive technologisation of visual practices whereby visual perception is no longer exclusively bound to the ability and function of the human eye, but must increasingly be thought of as influenced and controlled by instruments and technical apparatus. The research project is based on the assumption that the intervention of media into the order of the visible brings about a continuing relativisation of the anthropological and physical boundaries of vision which as a mediatic experience is becoming increasingly dependent on machines. This transformation of perception corresponds to an understanding of images in which the image no longer fools the observer with regard to its transparency but with regard to its opacity: no longer gazing on an image, the gaze is here directed through an optical apparatus and accordingly through an artefact of its own creation. As a consequence, the stabile, subject-centred realm of representation that once belonged to classical aesthetics of perception must make space for a concept of imagination that is no longer only a constituent of natural perception.