Das Interface als immersiver Synthesizer

Konferenz „Interfaces und Dispositive von (interaktiven) Bewegtbildern“. Fachhochschule Kiel, Muthesius Kunsthochschule, Dec 5, 2013 (with Kathrin Friedrich)

Während der Eingriff interaktiver Bewegtbilder in die visuellen Formen der Interaktion des Betrachters im Consumerbereich noch in den Kinderschuhen steckt (siehe head-mounted displays wie Google Glass oder virtual reality headsets wie Ocuclus Rift), sind Technologien der bildgeführten Intervention und Immersion in der Medizin längst Alltagspraxis. Die moderne Robotertechnik ermöglicht inzwischen das Operieren mittels visueller Schnittstellen, welche die Handlungen des Chirurgen in den Patientenkörper verlängern. Dabei kommen minimal- invasive, roboter-geführte Instrumente zum Einsatz, die ausüben, was der Operateur bildgeführt an der Konsole initiiert. Diese Visualisierungspraktiken etablieren Formen des Zu- und Eingriffs, die nicht länger genuin im Bereich des Bildlichen oder der Darstellung verhandelt werden können, sondern ebenso das räumliche und technische Arrangement sowie die damit verbundenen Modi der Wahrnehmung einbeziehen müssen.
Vor dem Hintergrund dieser technischen und wahrnehmungstheoretischen Dimensionen interaktiver Bewegtbilder untersucht das Paper das Verhältnis von medialer Anordnung und Visualisierung am Fallbeispiel des DaVinci Operationsroboters und fragt, wie sich das Visuelle und Operative des Interfaces in das apparative Dispositiv ausdehnen: es soll insbesondere gezeigt werden, wie die Wahrnehmung und die Handlungen des Chirurgen durch Bewegtbilder innerhalb des Interface synthetisiert und mit den Operationen des robotischen Settings synchronisiert werden. Die dabei entstehenden spezifischen Formen der Immersivität bildgeführter Operationen sollen anhand der Bezugnahme auf aktuelle Entwicklungen aus dem Computerspielebereich und Augmented Reality identifiziert und differenziert werden. Bild- und medientheoretisch stellt sich dabei insbesondere die Frage, inwieweit die medialen Produktionsbedingungen die Grenzen zwischen Realität, Imagination und Fiktionalität destabilisieren.

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