Drone Vision

The project investigates the concept of mediated vision in remote warfare with regard to how it determines action and perception in military interventions.

Die Debatte über die Mobilisierung von Bildgebungs-, Sensor- und Netzwerktechnologien offenbart neue Formen der militärischen Intervention und markiert einen radikalen Bruch mit den Formen operativer Bildlichkeit. Die räumliche Anordnung und Integration von Bildern in die Handlungsabläufe etwa von Scharfschützen oder Kampfpiloten, gliedert und beeinflusst Kampfhandlungen maßgeblich und definiert militärische Interventionen immer auch als medial vermittelte Bildoperationen. Die Rolle dieser visuellen Architektur wird ganz besonders dann bedeutsam, wenn kein direkter Blickkontakt mit dem Operationsgebiet mehr besteht oder hergestellt werden kann – ein Bildproblem das insbesondere auf Drohnenoperationen zutrifft und das innerhalb der Grenzen einzelner wissenschaftlicher Disziplinen kaum mehr hinreichend nachvollziehbar ist.

Die Analyse der medialen Produktionsbedingungen von militärischen Interventionen soll dabei zeigen, wie Bilder in Interaktionen eingreifen und dabei nicht nur den Rahmen von Handlungsmöglichkeiten determinieren, sondern Handlungen selbst maßgeblich lenken bzw. fehl-lenken. Das Projekt arbeitet dementsprechend das spezifische Wissen heraus, über das Soldaten angesichts zunehmend komplexer Mensch-Maschinen-Konfigurationen verfügen sollten. Nicht nur müssen sie beispielsweise über ein abstraktes Bildwissen im Umgang mit einer Vielzahl von Bildmodi verfügen, sondern darüber hinaus in der Lage sein, den Zusammenhang und die Widersprüche zwischen Auge und Aufzeichnung zu erkennen. (Image Credits: United States Air Force, 2013, PD-USGov. Still from: Omer Fast „Five Thousand Feet is the Best“, Digital Film, 30 min., 2011)

Timeline:

I published a paper on Drone Vision in senseAbility – Mediale Praktiken des Sehens und Hörens, a volume published by Beate Ochsner and Robert Stock. The paper draws upon a functional shift of images from a medium of visibility and visualization towards a medium that guides operative processes. On the basis of a case study about the visual architecture and navigation of the MQ-9 Reaper drone it argues that real-time video technology and the mobilization of camera technology in remote warfare have produced a type of intervention, in which interaction is increasingly shaped and organized by imaging technology. This form of visual practice corresponds to a hybrid concept of agency, in which the stabile, subject-centred realm of rep­re­sen­ta­tion that belonged to clas­si­cal aes­thet­ics of per­cep­tion, is replaced by a cooperation between humans and machines. (Image: Bryan William JonesCC BY-NC 3.0)