Copy and Paste

Wie die digitale Revolution unser Denken verändert und den Kapitalismus herausfordert, thematisiert eine Veranstaltung der Böll Stiftung am 24.2.2014 mit Mercedes Bunz. Aus der Kurzbeschreibung: Nein, kein Wort zu Guttenberg. Denn wenn wir von C&P als zeitdiagnostischem Phänomen sprechen, meinen wir etwas anderes als eine Anekdote über Eitelkeit, den Politikbetrieb und wissenschaftliche Standards. Anhand des Begriffs Copy & Paste entfaltet die Internet-Theoretikerin Mercedes Bunz für uns das Panorama des widersprüchlichen Neuen der digitalen Revolution, das oszilliert zwischen Schwarmintelligenz und geistigem Eigentum, digitaler Reproduzierbarkeit und Urheberschutz, zwischen Filesharing und neuen Vermarktungsformen für Filme, Bücher und Musik.

Datum: Montag, 24. Februar 2014 – 19:15 – 21:00, Adresse: Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Conf: Taking Care of Things

I will participate in a panel on the relation of sensors and the body at the conference „Taking Care of Things! Archives – Life-Cycles – Care“ on January 15-18 in Lüneburg organized by Post-Media Lab/Center for Digital Cultures and Habits of Living. From the announcement: „From the perspective of current theoretical approaches the figure of the archive seems to have lost its central status and its fever. Meanwhile, in our medial and cultural set-up new (kinds of) archives seem to crop up everywhere, accelerated by new means of production and distribution. Cultural repertoires are being remixed alongside technological repositories – often giving new life to almost forgotten relics. Ever more things, valuables, processes, projects, constituencies, even movements, need to be taken care of. It is not only cultural and critical theory that is being challenged, but also law, the natural sciences and design, alongside other applied sciences. But what are the complex dynamics and contexts of these new (non-)archives? Do they really make sense? And if so, by and for whom?
>To address these questions, ‚Taking Care of Things!‘ focuses on the transformation of things – analog and digital – into life-cycles and specific practices of care. This will be done in different thematic groups dealing with topics, like Mesh Media!, Civil Archaeology, Measure Drones, Unearthing the Archive, Translating Ontologies and Extinction in Context.“ Get the details here: www.postmedialab.org/taking-care-of-things.

Das Interface als immersiver Synthesizer

Konferenz „Interfaces und Dispositive von (interaktiven) Bewegtbildern“. Fachhochschule Kiel, Muthesius Kunsthochschule, Dec 5, 2013 (with Kathrin Friedrich)

Während der Eingriff interaktiver Bewegtbilder in die visuellen Formen der Interaktion des Betrachters im Consumerbereich noch in den Kinderschuhen steckt (siehe head-mounted displays wie Google Glass oder virtual reality headsets wie Ocuclus Rift), sind Technologien der bildgeführten Intervention und Immersion in der Medizin längst Alltagspraxis. Die moderne Robotertechnik ermöglicht inzwischen das Operieren mittels visueller Schnittstellen, welche die Handlungen des Chirurgen in den Patientenkörper verlängern. Dabei kommen minimal- invasive, roboter-geführte Instrumente zum Einsatz, die ausüben, was der Operateur bildgeführt an der Konsole initiiert. Diese Visualisierungspraktiken etablieren Formen des Zu- und Eingriffs, die nicht länger genuin im Bereich des Bildlichen oder der Darstellung verhandelt werden können, sondern ebenso das räumliche und technische Arrangement sowie die damit verbundenen Modi der Wahrnehmung einbeziehen müssen.
Vor dem Hintergrund dieser technischen und wahrnehmungstheoretischen Dimensionen interaktiver Bewegtbilder untersucht das Paper das Verhältnis von medialer Anordnung und Visualisierung am Fallbeispiel des DaVinci Operationsroboters und fragt, wie sich das Visuelle und Operative des Interfaces in das apparative Dispositiv ausdehnen: es soll insbesondere gezeigt werden, wie die Wahrnehmung und die Handlungen des Chirurgen durch Bewegtbilder innerhalb des Interface synthetisiert und mit den Operationen des robotischen Settings synchronisiert werden. Die dabei entstehenden spezifischen Formen der Immersivität bildgeführter Operationen sollen anhand der Bezugnahme auf aktuelle Entwicklungen aus dem Computerspielebereich und Augmented Reality identifiziert und differenziert werden. Bild- und medientheoretisch stellt sich dabei insbesondere die Frage, inwieweit die medialen Produktionsbedingungen die Grenzen zwischen Realität, Imagination und Fiktionalität destabilisieren.

Das Interface als immersiver Synthesizer

Gemeinsam mit Kathrin Friedrich spreche ich am Freitag, den 6.12.2013 auf der bildwissenschaftlichen Tagung „Bewegtbilder 2013. Interfaces und Dispositive von (interaktiven) Bewegtbildern“ in Kiel vom 5. bis 6. Dezember 2013 über das Operationsrobotersystem Da Vinci zum Thema „Das Interface als immersiver Synthesizer. Wie Bild, Blick und technisches Dispositiv synchronisiert werden“.

Darum wird es gehen: Während der Eingriff interaktiver Bewegtbilder in die visuellen Formen der Interaktion des Betrachters im Consumerbereich noch in den Kinderschuhen steckt (siehe head-mounted displays wie Google Glass oder virtual reality headsets wie Ocuclus Rift), sind Technologien der bildgeführten Intervention und Immersion in der Medizin längst Alltagspraxis. Die moderne Robotertechnik ermöglicht inzwischen das Operieren mittels visueller Schnittstellen, welche die Handlungen des Chirurgen in den Patientenkörper verlängern. Dabei kommen minimal-invasive, roboter-geführte Instrumente zum Einsatz, die ausüben, was der Operateur bildgeführt an der Konsole initiiert. Diese Visualisierungspraktiken etablieren Formen des Zu- und Eingriffs, die nicht länger genuin im Bereich des Bildlichen oder der Darstellung verhandelt werden können, sondern ebenso das räumliche und technische Arrangement sowie die damit verbundenen Modi der Wahrnehmung einbeziehen müssen. Vor dem Hintergrund dieser technischen und wahrnehmungstheoretischen Dimensionen interaktiver Bewegtbilder untersucht das Paper das Verhältnis von medialer Anordnung und Visualisierung am Fallbeispiel des DaVinci Operationsroboters und fragt, wie sich das Visuelle und Operative des Interfaces in das apparative Dispositiv ausdehnen: es soll insbesondere gezeigt werden, wie die Wahrnehmung und die Handlungen des Chirurgen durch Bewegtbilder innerhalb des Interface synthetisiert und mit den Operationen des robotischen Settings synchronisiert werden. Die dabei entstehenden spezifischen Formen der Immersivität bildgeführter Operationen sollen anhand der Bezugnahme auf aktuelle Entwicklungen aus dem Computerspielebereich und Augmented Reality identifiziert und differenziert werden. Bild- und medientheoretisch stellt sich dabei insbesondere die Frage, inwieweit die medialen Produktionsbedingungen die Grenzen zwischen Realität, Imagination und Fiktionalität destabilisieren. (Abbildung: Intuitive Surgical Inc.)

The arena of protest and the rebirth of place – a localization of political participation after networks or: how to become a 1-Click social activist

Early Stage Researchers Colloquium of Internet and society of the Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society. Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Nov 21, 2013

The paper reconsiders the category of space for the forms of political protest, arguing that there is a correlation between the transformation of social interaction and the current turn of the notion of „place“ through location-based media. Until today postmodern media theory has largely neglected the concept of place. In the network society, information is rather described as a constant flow which is not just simultaneously available (in time), but also everywhere (in space). The innovations of the web 2.0 have henceforward been accompanied by a topos, that separates spatial movement from the human body – today mobile and ubiquitous computing seem to correspond to an „Esthétique de la disparition“ (Virilio).

Arguing against the idea of the everywhere-ideology of the „global village“ (McLuhan) the paper locates the arena of online protest: it points out, that the political actors of a digital society do not simply consist of virtual masses of protesting avatars, slacktivists or followers and that their actions do not only involve likes, DoS-attacks or one-click donations but that the development from the isolated mass media spectator to the post media networker of tactical technology integrates virtual and real forms of political participation. Accordingly the assumption is, that the forms of political protest dissociate from the concept of the virtual, while our interaction with and through digital technology becomes increasingly socially integrated and spatially contingent. On the basis of use-cases of online protest the paper examines both the loss of individual autonomy as well as of the benefit of collective agency by showing how social media does not just virtualise the places of the political but renegotiates the imagination and representation of place.

Living under drones

I will teach the seminar „Living under drones –  Szenarien und Anwendungen zur Zukunft autonomer Flugmaschinen“ together with Fréderic Eyl of The Green Eyl at Fachhochschule Potsdam, Fakultät Design, in Wintersemester 2013–14.

Abstract: Drohnen sind in unserer Alltagswelt inzwischen allgegenwärtig, als Predator auf dem Kriegsfeld ebenso wie als Quadrocopter im Kinderzimmer. Aus tausenden von Kilometern oder auch nur aus einigen Zentimetern Entfernung lenken Piloten sie zur gezielten Tötung – spielerisch im augmented realtiy game oder als handfeste Umsetzung einer Sicherheitsdoktrin. Der Fortschritt in der Entwicklung von Bildgebungs-, Flug-, Sensor- und Netzwerktechnologien sowie immer intelligenteren, lernenden Algorithmen macht Drohnen nicht nur für die militärische, sondern auch für die zivile Nutzung interessant. Ferngesteuert oder im autonomen Schwarm schnüffeln sie an Gaspipelines, retten Leben, fliegen spektakuläre Kamerafahrten, überblicken Demonstrationen.

Mit der zunehmenden Verfügbarkeit der Hardware und dem offenen Zugang zu entsprechender Software verbindet sich die Frage, wie wir selbstständige Flugtechnik in Zukunft nutzen wollen. Denn weder sind die Anwendungsfelder von Drohnen durch den aktuellen Entwicklungsstand determiniert, noch ist ihre Nutzung durch Militär oder Industrie vorgegeben. Vielmehr steht die Entwicklung an einem Punkt, an dem uns der Zugriff auf die Schnittstellen und Geräte in die Lage versetzt, auch in der Praxis aktiv in die Gestaltung dieser Technologien zu intervenieren. Entsprechend etabliert sich zurzeit eine Kultur des Experimentierens, deren Spektrum von open-source-hardware über do it yourself communities bis hin zu hacks kommerzieller Anwendungen reicht.

Die Fragen, die sich vor diesem Hintergrund stellen, sind: Welche Anwendungsfelder und welche konkreten usecases sind für Drohnen denkbar und wünschenswert? Inwieweit eröffnen sich neue Dimensionen raumbezogener Interaktion, wie verändern sich Verhaltensweisen, wenn sich Waffen, Sensoren oder Kameras frei im Raum bewegen können? Welche neuen Formen der Kontrolle und Kommodifizierung öffentlicher Räume resultieren daraus? Thematisch ergeben sich vor allem drei zentrale Problemfelder: die Frage nach der Ästhetik der Apparate und ihrer Artefakte, die Frage nach der Funktionsweise der Technologien, auf der sie basieren sowie die Frage nach den damit verbundenen sozialen Praktiken und Kulturtechniken. (Bild: Call of Duty Black Ops2)

Bildoperationen

Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung, Humboldt Universität zu Berlin, Oct 1, 2013

Der Vortrag zeigt am Beispiel der medialen Produktionsbedingungen des Operationssystems Da Vinci, wie bildführende Verfahren das Verhältnis von Anschauung und Bildlichkeit verändern und wie dadurch die Differenz zwischen Realität, Imagination und Fiktionalität destabilisiert wird. Die Ausgangsüberlegung ist dabei, dass bildführende Verfahren nicht nur Probleme auf der Ebene von Artefakten adressieren, sondern zunehmend in die grundlegenden Bezugsgrößen des Wahrnehmungssystems intervenieren: sie erzeugen Wahrnehmungssituationen, die weder einer unmittelbaren Erfahrung zuzuordnen sind, noch ausschließlich das Produkt einer zeitlich oder räumlich nachgeordneten Aufnahme oder Aufzeichnung darstellen.

The Innovation of Loneliness

This video by Shimi Cohen based on Sherry Turkle’a Alone Together made me think about if it really makes sense to write an Archive / a blog (like this) which has just around 200 unique visitors monthly instead of taking the time to go out and talk to people…

Conference on Transdisciplinary Imaging: ‘Cloud and Molecular aesthetics’

Call for abstracts (deadline Dec 14th 2013): The Third Transdisciplinary Imaging Conference at the intersections of art, science and culture seeks papers that explore the theme of the cloud and molecular aesthetics. Clouding occurs when information becomes veiled, foggy, fuzzy, obscure or secretive, or when it condenses, blooms and accretes into atmospheres of chaotic turbulence and pressure vectors, into tidal flows and storms. The cloud also is a new formation of data as a global and seemingly immaterial distribution of storage and means of retrieval. This data cloud exists everywhere and yet is nowhere in particular. As with the protocols of bit torrent files, the cloud provides a new concept of sound and image “assembly”, distinct from and beyond the materialist machinic diagrams and the practices of re-mixing or remediation that became characteristic of late twentieth-century and millennial aesthetics. The cloud is not an object but an experience and its particles are the very building blocks of a molecular aesthetic in which we live and act.